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Begriffe und Wege beruflicher Weiterbildung

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Wo ist denn der Mangel an Fachkräften?

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Wo ist denn der Mangel an Fachkräften?

 

Gleich zu Anfang: Obwohl alle davon reden -leicht ist er nicht auszumachen.

 

"Der Fachkräftemangel ist die größte Lüge von Wirtschaft und Politik", sagt Roland Günther, Personalberater bei Personal punktgenau.

 

Aus meiner Sicht ist das wohl etwas zu scharf formuliert. Das Problem liegt nämlich darin, dass unterschiedliche Dinge darunter verstanden werden und der Fachkräftemangel inflationär beschworen und damit regelrecht heraufbeschworen wird.

 

Was ist denn eine Fachkraft?

 

Alexander Kubis, Arbeitsmarkt-Experte vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, sagt: „Sobald jemand einen Beruf erlernt und eine Ausbildung abgeschlossen hat, ist er eine Fachkraft“. Genau, sagt man und versteht nicht, dass es einen Fachkräftemangel geben soll, wenn in Deutschland jährlich ca. 500.000 Azubis ihre Ausbildung erfolgreich abschließen (nach Berufsbildungsbericht BMBF 2015) und an deutschen Hochschulen etwa 2.5 Mio. Studierende (nach statista) unterwegs sind , die bei erfolgreichem Abschluss nach Kubis dann eine Art „Fachkraft plus“ werden.

 

Bäcker, Maurer, Restaurantfachleute und Akademiker sind Fachkräfte. In jedem Jahr kommen ca. 3 Mio. neu ausgebildete Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt. Das muss doch bei ca. 42 Mio. Erwerbstätigen in Deutschland reichen. Diese Auffassung beziehe ich auf die wissenschaftliche Definition von Fachkraft.

 

Was ist mit dem Fachkräftemangel gemeint und wie kann geholfen werden?

 

Wenn man sich mit Unternehmern unterhält, findet man schnell heraus, dass es aber wenigstens zwei Ansätze gibt, die Frage zu beantworten.

 

Die Unternehmen suchen zum Ersten nach Mitarbeitern, die bestimmte Schlüsselkompetenzen haben. Dazu gehören neben anderen:

  • Fremdsprachenkenntnisse

  • Kommunikative Fähigkeiten

  • EDV-Kompetenzen

  • Zeit- und Selbstmanagement

  • Führungskompetenzen

 

Sie suchen zum Zweiten weiter nach Mitarbeitern, die bestimmte Fachkompetenzen, die über die in der Berufsausbildung oder im Studium vermittelten hinausgehen:

  • Finanzbuchhaltung

  • Anlagenbuchhaltung – vielleicht gleich noch mit SAP

  • Internationale Buchführung

  • DATEV

  • Beherrschen des deutschen Fallpauschalensystems

u.v.a.m.

 

Gesucht werden also – wenn überhaupt - nicht schlechthin Fachkräfte, sondern Fachkräfte mit speziellen Fachkenntnissen und Fähigkeiten.

 

Über die speziellen Fachkenntnisse, die speziellen Fähigkeiten aus dem softscill-Bereich, die in der speziellen Firma gefragt sind, kann ein Absolvent, ob ein AZUBI oder ein Studierender, nicht a priori haben. Sie wären dann nicht mehr speziell.

 

Diese können nur in Form von Weiterbildungen erworben oder gefestigt werden. Darüber, dass bestimmte Fachkenntnisse auch aktualisiert werden müssen, müssen wir hier nicht auch diskutieren.

 

Und dann gibt es noch ein Drittes – aus meiner Erfahrung wichtigstes - Thema, warum man über einen Mangel an Fachkräften spricht, aber nach Definition gar keine Fachkräfte, sondern Helfer meint. Helfer sind oft die sogenannten Geringqualifizierten. Dazu gibt es einen sehr interessanten Beitrag im IAB Kurzbericht 11/2014 (http://doku.iab.de/kurzber/2014/kb1114.pdf)

 

Wirtschaftsbereiche wie Logistik, Reinigungs- und Wachdienste, Gastronomie, Gesundheitsvorsorge, Arbeitnehmerüberlassung, produzierendes Gewerbe und unternehmensnahe Dienstleistung bieten entsprechend diesem Beitrag die besten Chancen für Geringqualifizierte. Viele Unternehmen suchen Helfer und sprechen von Fachkräften.

 

Auch wenn Geringqualifizierte meist keinen Berufsabschluss haben und deshalb bei der Eingrenzung der Suche auf Fachkräfte herausfallen, bieten diese ein großes Potential an potentiellen Mitarbeitern.

 

Nicht einfach nach Fachkräften suchen, sondern sagen, was der Mitarbeiter können soll, um die Tätigkeit auszuüben. Das sollte viel öfter betont werden. Oft ist gar kein Berufsabschluss notwendig und eine kurze Qualifizierung oder Einarbeitung – ausreichend.

 

 

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