Wie Integration durch Qualifizierung gelingt (2) |   IQ

Oft wird in den Medien vom Fachkräftemangel in Deutschland berichtet und wie wichtig dabei die Integration von Migrantinnen und Migranten sei. Die größten Hindernisse für Zugewanderte liegen meist darin, dass Ihre bisherigen beruflichen Erfahrungen, eine im Ausland absolvierte Ausbildung oder ein Hochschulstudium in der Regel nur teilweise oder gar nicht in Deutschland anerkannt werden. Kommen dann noch sprachliche Probleme hinzu, scheint die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit fast aussichtslos zu sein.Die Realität zeigt jedoch, dass auch in diesen Fällen gute Chancen für eine berufliche Integration bestehen. Wir stellen Ihnen hier ein Beispiel eines jungen Mannes aus dem Iran vor, der inzwischen verschiedene Etappen auf seinem Weg in eine berufliche Perspektive in Deutschland absolviert hat.

Amir Heidarpoor Najafabadi lebt seit 2016 in Deutschland. Er erwarb im Iran einen Schulabschluss und erlernte dort den Beruf des Drehers. Berufserfahrung sammelte er in seinem Heimatland über 7 Jahre in verschiedenen Unternehmen. Der Referenzberuf zum Dreher ist in Deutschland der Beruf Zerspanungsmechaniker, der hinsichtlich der Ausbildungsinhalte wesentlich umfangreicher ist. Deshalb war eine gleichwertige Anerkennung seiner im Iran erworbenen Ausbildung in Deutschland nicht möglich. Er verbesserte seine deutschen Sprachkenntnisse und konnte sich zeitlich befristet im Unternehmen GAW Wernigerode, Bereich Metallbearbeitung, ausprobieren.

Seine Motivation, sich beruflich weiterzuentwickeln führte ihn anschließend in die Qualifizierungsberatung des IQ Netzwerkes Sachsen-Anhalt in das Projekt der IHK Bildungszentrum Halle-Dessau GmbH. Dort wurde ihm empfohlen, die Defizite in den Bereichen Fräsen und CNC auszugleichen. Das Projektteam unterstützte ihn dabei, eine Qualifizierung zu finden und fand im Teutloff Bildungszentrum Wernigerode mit dem Geschäftsbereichsleiter Herrn Ralf-Bodo Pultz einen kompetenten Partner. Dort wurden die Fach- und Sprachkenntnisse von Herrn Heidarpoor Najafabadi im Rahmen einer Maßnahme überprüft und ihm anschließend der HWK-Zertifikatslehrgang „NC/CNC-Fachkraft mit Metalltechnik“ empfohlen.

Seinem Antrag auf Zulassung zur HWK-Prüfung wurde stattgegeben und er erhielt einen Bildungsgutschein für die Qualifizierung. Unterstützt wurde er dabei vom Teamleiter der KoBa Harz Herrn Thomas Kohlrausch:

„Da in der Regel eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt nur mit einer in Deutschland anerkannten Qualifikation möglich ist, war es für uns nur folgerichtig, Herrn Heidarpoor in seinem Wunsch zu unterstützen, sich zur CNC-Fachkraft zu qualifizieren.Wichtig ist aus meiner Sicht, dass alle am Prozess Beteiligten über fundiertes Fachwissen und ein gutes Netzwerk verfügen, stets engagiert im Sinne des Kunden handeln und versuchen, individuelle Lösungen zu finden. Nicht selten ist es zudem von Bedeutung, herauszustellen, dass der auf den ersten Blick längere Weg über den Erwerb von Sprachkenntnissen und Qualifikationen die langfristig persönlich und finanziell bessere Entscheidung ist“.

Herr Heidarpoor Najafabadi konnte damit die Weiterbildung zur NC/CNC-Fachkraft am 1. April 2021 bei Teutloff in Wernigerode beginnen. Seither hat er mit Fleiß und hoher Motivation seine theoretischen und praktischen Kenntnisse erweitert. Hervorzuheben ist dabei die sehr gute Zusammenarbeit zwischen dem IHK Bildungszentrum als IQ Partner, dem Teutloff Bildungszentrum Wernigerode und der Koba Harz. Das Beispiel zeigt, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, ist eine erfolgreiche Entwicklung möglich, auch wenn alles am Anfang unlösbar zu sein scheint.

(Foto: Teutloff Bildungszentrum Wernigerode 2021)

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